Denis Donikian

Denis Donikian

Denis Donikian ist als Sohn armenischer Flüchtlinge, die den Ereignissen von 1915 in der Türkei entkommen konnten, 1942 in Vienne (Frankreich) geboren. Während seiner Studienzeit (Französische Literatur, Philosophie) in den 60er Jahren setzt er sich aktiv für die Anerkennung des Genozids ein. Nach einem kurzen Studienaufenthalt an der Universität in Jerewan (1969-1970) – dies veranlasst ihn zur Niederschrift seiner sowjetischen Erfahrungen (ETHNOS) – wird er als Lehrer in Kiew und im Vietnam tätig, das er nach Ausbruch der Revolution verlassen muss. Seine heimliche Begegnung mit dem Filmemacher Sergei Paradschanow in Tiflis (Georgien) wird zur Inspirationsquelle für zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte (Les chevaux Paradjanov [Paradschanows Pferde]), Collagen und Artikel. Weitere Reisen folgen (Flüchtlingscamp in Thailand, Laos, USA, Mitteleuropa, Sinai, Türkei, Libanon, Syrien, Griechenland, Malta…) und immer wieder kehrt er nach Armenien zurück, dessen schwierigen Weg zur Demokratie er in mehreren Büchern thematisiert (Le Peuple Haï [Das Volk der Hay], Un Nôtre Pays [Unser Land – ein Anderes Land], Erevan 06-08 [Jerewan 06-08], Siounik Magnificat [Auch ich war in Armenien – Wanderung durch das Hochland von Syunik]…). In deutscher Übersetzung im April 2011 beim Hay Media Verlag in Frankfurt am Main erschienen.  

Foto © Privat

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  • Werke

 Leseprobe, Denis Donikian, Auch ich war in Armenien (1.18 MB)
© Alle Rechte beim Hay Media Verlag

 

Neben seiner literarischen Arbeit (Une année mots pour maux [Der gewortete Schmerz im Jahreslauf], Voyages égarés [Auf Irrwegen], Chemin de Crête [Der Weg von Kreta]…) und seiner übersetzerischen Tätigkeit (Pariur Sewak, Hovhannes Tumanjan, Ara Baliozian, Violette Krikorian, Vahram Martirosjan) wirkt er auch als bildender Künstler: seine Werke (Sismographie, Un cercle d’histoire, Poteaubiographie, Un Nôtre Pays, Musique des sphères) präsentiert er in Ausstellungen und Installationen, in denen er Schrift, Skulptur und Malerei verquickt.

Er arbeitet als Journalist für die renommierteste armenische Zeitschrift Frankreichs Nouvelles d’Arménie Magazine, und war zur Zeit ihres Bestehens Chefredakteur der Webzeitung Yevrobatsi.org, in der zuvörderst die Verletzungen der Menschenrechte im heutigen Armenien und der Dialog mit der türkischen Zivilgesellschaft thematisiert wurden (Vers L’Europe [Aufbruch Richtung Europa], Du négationnisme au dialogue arméno-turc [Von der Leugnung zum armenisch-türkischen Dialog]). Außerdem schrieb er Theaterstücke (L’île de l’âme [Seeleninsel], La nuit du prêtre chanteur [Die Nacht des singenden Priesters], Trois grâces [Die drei Grazien]) und einen Roman (Vidures [Entleerung]), die noch der Veröffentlichung harren. In Zusammenarbeit mit George Festa organisierte er 2007 in Cerisy-La-Salle die Konferenz Arménie, de l’abîme aux constructions d’identité (Armenien – aus den Abgründen zu den Identitätskonstruktionen).

Homepages von Denis Donikian:

Ecrittératures - http://denisdonikian.wordpress.com/
Petite encyclopédie du génocide arménien - http://denisdonikian.blog.lemonde.fr/

Der neue Roman von Denis Donikian: Vidures

 

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